Nun schon zum vierten Male fanden Anfang April 2003 die gut
besuchten Naturfototage im Bürgersaal der Stadt Waren/Müritz
statt. Das zwar sonnige, jedoch stürmisch- kalte Wetter trug dazu
bei, sich getrost in die dunklen Vortragsräume zu begeben.
Das Seminar- und Vortragsprogramm wurde von den Veranstaltern, der
Familie Hoyer und Helfern, interessant gestaltet, so daß für
jeden etwas dabei war.
Schon am Freitagnachmittag referierte Dietmar Nill in einem spannenden
Seminar über die digitale Fotografie. Dr. Peter Wernicke stellte
am Abend den Naturpark “Feldberger Seenlandschaft“ vor.
Hier durften natürlich die wunderbaren Adlerbilder nicht fehlen.
Der sich qualitativ jährlich steigernde Diawettbewerb
erbrachte auch in diesem Jahr zahlreiche Einsendungen. Die Jury hatte
die undankbare Aufgabe, vorab eine Vorauswahl der besten 40 Motive in
den Kategorien Säuger und Vögel, andere Tiere, Pflanzen sowie
Landschaften treffen, welche am Abend in zwei Durchläufen dem
Publikum präsentiert wurden, aus denen je fünf Bilder auf den
Stimmzetteln angekreuzt werden konnten. Die Qual der Wahl fiel auch
hier wieder entsprechend schwer.
Preise im Wert von einigen Tausend Euro waren beschafft worden.
Nach der Begrüßung durch den Landrat zeigte Ingo
Arndt faszinierende Aufnahmen seiner Tierreportagen aus aller Welt.
Ganzheitlicher Story- Anspruch und informativ- ästhetische
Topfotos sowie blitzsaubere Präsentation ließen keine
Wünsche offen, und so zählte dieser Vortrag zu den Highlights
der Fototage.
Anschließend berichtete Dr. Günter Blutke über den
reizvollen Nationalpark „Unteres Odertal“.
Dr. Gunter Otto hatte sich zum Ziel gesetzt, auf dem eigenen kleinen
Gartengrundstück durch entsprechenden
Gartenbau nicht nur die Pflanzen reizvoll zu fotografieren. Erstaunlich
war auch die Bandbreite der vorgestellten
Nahrungsgäste.
In den Pausen war an den Firmen- und Produktständen einiger
Betrieb. Bücher, Stative, Objektive, Zubehör und
Archivmaterial fand seine Interessenten. Die Firmen und auch die
Zeitschrift „Naturblick“ hatten sich dankenswerterweise bei
den Preisen des Wettbewerbs ins Zeug gelegt.
Zur Besinnung nach der Mittagspause zeigte Christian Blumenstein seine
Überblend-Dia-Tonschau „Märkischer Bilderbogen-
Brandenburg in den Jahreszeiten“.
In etwas kühlere Gefilde führte anschließend wieder
einmal Wolfgang Albrecht. Jährlich zeigte er nun seine nordischen
Impressionen, diesmal von einer Spitzbergen- Reise.
Die nachmittägliche Podiumsdiskussion mit den Referenten wurde
sehr gut angenommen.
Hier war vor allem technisches Hintergrund- Knowhow gefragt. Weiterhin
wurde das Prozedere des Wettbewerbs diskutiert.
Erneut spannend wurde am Abend die Siegerehrung erwartet.
Bei den Kategoriesiegern war sich das jurierende Publikum meist sicher
gewesen, weiter „abwärts“ streute sich die
Stimmenanzahl dann doch schon recht stark.
Die ersten fünf Plätze jeder Kategorie erhielten wertvolle
Buch- und Geldpreise.
Die zweiten Plätze konnten schöne Eschenholzstative der Fa.
Berlebach nach Hause tragen, und die Fa. Sigma stellte dem Sieger der
Kategorie „Andere Tiere“ ein 180er EX-Makro zur
Verfügung.
Nach dem üppigen Buffet wurde es dann noch ein schöner
Fachsimpelabend.
Wieder einmal begann der Sonntagmorgen mit einem Vortrag der
Spitzenklasse.
Nicht nur, dass es Klaus Nigge fertig brachte, mit allein 200 zum
großen Teil Spitzendias von Weißkopfseeadlern die
Gäste nicht zu überfordern. Auch die immer wieder
beeindruckende Vortragsweise erfreute das Publikum sehr. Humoristische
Kommentare, aber auch ernsthaft- kritische Gedanken zur Ethik und
„Wahrheit“ in der Naturfotografie sowie bemerkenswerte
Ergebnisse der digitalen Naturfotografie waren hochinteressant.
In einheimische Gefilde zurückgekehrt, stellte Forstmeister Klaus
Borrmann sein Revier in Mecklenburg mit den berühmten
„Heiligen Hallen“ vor. Beindruckende, zum Teil sehr seltene
Bilder heimischen Wildes zeigten wieder einmal deutlich auf, dass es
auch (oder gerade) zu Hause genügend Fotoarbeit gibt. Ein sehr
erfrischender Vortrag !
Ins flache Norddeutschland mit seinen vogelreichen Wümmewiesen
führte anschließend Fritz Ibold. Schwerpunkt Vogelfotografie
war auch der Anspruch von Günter Hübner, der in den
südamerikanischen Pantanal unter anderem wegen der blauen
Hyazintharas gereist war.
Jahrzehnte hat der Elbsandsteinkenner Rudolf Stets damit zugebracht,
das Elbsandsteingebirge und die Sächsische Schweiz und viele ihrer
oft heimlichen Bewohner in allen Wetter-, Tages-, Nacht- und
Jahreszeiten eindrucksvoll zu fotografieren.
Seine Diaschau beschloss auch die 4. Norddeutschen Naturfototage am
Sonntag Nachmittag.
Es bleibt zu erwähnen, dass es eine Fortführung
dieser Veranstaltung geben wird.
Über Ort und Zeitpunkt informieren rechtzeitig einschlägige
Fachzeitschriften sowie die Homepage des Veranstalters Erich Hoyer
(www.naturfotoarchiv.de), welchem hier noch einmal für die
Initiative gedankt werden soll.
Christian Blumenstein
Potsdam, im Mai 2003 |