Dieser Tage gab es nun ein kleines Jubiläum, und so
konnten die Veranstalter und Besucher der 5. Norddeutschen
Naturfototage ein Programm erwarten, dass sich auch tatsächlich
des Anlasses würdig erwies. Eine mittlerweile fest eingeschworene
Gemeinschaft von über 200 Besuchern war sehr interessiert an den
mannigfaltigen Vorträgen, den Seminaren, der Podiumsdiskussion,
dem Technikmarkt und nicht zuletzt dem spannenden Diawettbewerb.
Veranstalter Erich Hoyer und Familie nebst einer kleinen
Helfermannschaft hatte sich wie immer viel Mühe gegeben und alle
Hände voll zu tun, den reibungslosen Ablauf erfolgreich bis zum
Ende der Veranstaltung zu organisieren. Auch für die
persönlichen Kontakte, den Austausch von Tipps und Informationen
war das Treffen unserer räumlich zerstreuten Gemeinde eine
wichtige Veranstaltung. Kleine Foyerausstellungen bereicherten das
Tagungsambiente.
Am Freitagnachmittag hielt Stefan Meyers ein sehr praxisnahes
Seminar zur Wildtierfotografie. In der schon mehr als dreißig
Jahre andauernden Leidenschaft, jagdbares Wild zu fotografieren, sind
beachtliche Ergebnisse entstanden.
Darauf berichtete Dr. Jürgen Krüger in einem
Praxisvergleichstest über die Qualitätsunterschiede bei
diversen Beamern und über die derzeitigen Möglichkeiten
digitaler Fotoprojektion. Das Fazit 2004 für Naturfoto-Projektion:
Dia ist das größte !
Der Einführungsvortrag von Jörg Gast über den
Naturpark Nossentiner-/Schwinzer Heide war wie in jedem Jahr der
Beitrag aus einem nahgelegenen Schutzgebiet, um die wunderbare Umgebung
des Veranstaltungsortes vorzustellen.
Am Freitagabend fand dann die Wahl der besten Dias aus den
Kategorien Naturlandschaften, Vögel und Säuger, Kleintiere
sowie Wildpflanzen statt. Das Niveau war hoch, knapp siebzig Fotografen
hatten sich beteiligt und einige hundert Dias eingesandt.
Die Ergebnisse der Wahl wurden dann in Nachtarbeit von der
Jury ermittelt und für den Samstagabend zur Siegerehrung
vorbereitet.
Am Samstagmorgen begrüßte der Vorsitzende des
Landesjagdverbandes von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Volker Böhning
die Anwesenden.
Hautnahe Praxis, Humor und Leidenschaft vermittelte Franz
Bagyi beim Bericht über seine Jagd mit der Kamera- die Fotopirsch.
Nicht wenige Fotografen bekamen Lust, auch einmal in Ungarn auf die
perfekt getarnte Fotopirsch zu gehen, so wie sie Bagyi in seinen
Workshops anbietet.
Anschließend berichtete Heinrich Pützler über
die Fotografie vor seiner Haustür in der Eifel. Hier blieben
besonders die Fotos der Starenschwärme und interessante
Gewitterblitzfotos in Erinnerung.
Nach einem Exkurs in die Physik der Sonnenwinde
präsentierte Dr. Hinrich Bäsemann atemberaubende
Nordlichtfotos aus Nordnorwegen. Der Wahl- Tromsöer hatte in allen
möglichen Situationen und mit verschiedenem Equipment dieses
einzigartige Himmelsschauspiel brillant festgehalten.
Olaf Schwarzer und Detlef Springer berichteten über die
Unterwasserlandschaften mit ihrer reichhaltigen marinen Pflanzen- und
Tierwelt von Bonaire in der Karibik.
Anschließend stellte Dr. Nikolaus Koch die
naturfotografisch sehr interessante, facettenreiche Türkei vor.
In einer gutbesuchten Podiumsdiskussion wurde angeregt
debattiert. Pro und Contra der Analog- und Digitalfotografie, aber auch
Techniktipps, Archivierungs- und Vermarktungsfragen, naturkundliche und
Reisefragen sind hier immer die großen Themen.
Mit Spannung wurde dann die Siegerehrung des Diawettbewerbs am
Abend erwartet.
Von einer Vorauswahl von je vierzig Dias pro Kategorie waren
die je zehn besten Dias gefunden und wurden erneut projiziert. Eine
beachtliche Menge von Sach- und Geldpreisen war aquiriert worden, die
nun unter die Sieger und bis Sechstplatzierten ausgegeben wurden.
Die Kategorie Landschaft konnte Silko Bednarz mit einer
grandiosen Aufnahme vom Jasmund auf Rügen für sich
entscheiden. Uwe Lindemann überzeugte in der Vögel- und
Säugerkategorie mit einem Blaukehlchen. Ein Porträt eines
abfliegenden Maikäfers von Kerstin Hinze gewann in der Kategorie
Kleintiere. Ein wunderbar duftiges Makrobild einer Kornrade, erstellt
durch eine Doppelbelichtung (einmal scharf, einmal defokussiert),
ebenfalls von Kerstin Hinze , konnte die Kategorie Pflanzen für
sich entscheiden.
Nach dem Preiseabräumen wurde dann das kalte Büffett
abgeräumt, und es wurde noch ein interessanter und
gemütlicher Abend im Kreise Gleichgesinnter.
Mit einem exzellenten Beitrag von Willi Rolfes begann der
Sonntagmorgen in höchster Qualität. Sein langjähriges
Thema "Leben im Moor", mal streng konzipiert, mal aus dem Bauch heraus,
aber immer technisch brillant und einfühlsam fotografiert und die
klare Sprache, zum Teil sparsam mit etwas Musik und rezitierter Lyrik,
waren als Gesamtkunstwerk ein echter Höhepunkt der Fototage !
Stefan Meyers, nun schon vom Seminar vielen bekannt, vertiefte
seine Berichte über die "Hasenboxkämpfe" und die Fasanenbalz
in dynamischen Aktionsfotos und schilderte die Schwierigkeiten und den
langen Weg manch eines gelungenen Bildes.
Rico Nestmann stellte sein Revier vor der Haustür vor,
und das ist nicht weniger als die ganze Rügener Ostseeküste.
Neben den Landschafts- und Vogelfotos waren es vor allem die Seeadler,
die im nächsten Jahr die Protagonisten eines neuen Buches sein
werden.
Torsten Beuster informierte über den Drömling, eine
weitläufige Niedermoorlandschaft westlich der unteren Elbe.
Den letzten Beitrag lieferte das Ehepaar Dagmar Growe- Lodzig
und Reinhard Lodzig mit einer Schau über die Extremadura im Herzen
Spaniens, einer uralten Kulturlandschaft, in der der Vogel- und
Reptilienfreund genauso wie der Landschaftsgenießer und der
kulturhistorisch Interessierte auf ihre Kosten kommen. So viele
Weißstörche auf den Dächern und Felsen gibt es nur hier
!
Ein rundum gelungenes Festival verabschiedete am Nachmittag
seine Gäste, welche sicher in ähnlicher Zahl vom 1.-3-April
2005 zu den 6.Norddeutschen Fototagen erscheinen werden.
Christian Blumenstein (GDT)
Potsdam, im April 2004 |