Anfang April 2006, bei schönstem Sonnenschein,
versammelten
sich wieder einmal knapp zweihundert Besucher, um ein
hochkarätiges Programm
von Diavorträgen und Beamershows zu genießen. Darüber
hinaus hatten sich Familie Hoyer und
seine Helfer erneut alle Mühe gegeben, mit Foyerausstellungen (Maja
und
Dr. Tilo Geisel; Günter Hübner), einem Buch- und
Technikmarkt (Christ Media
Natur, Berlebach, R. Burzynski, Sigma, Dr. Jürgen Krüger,
Media- Maier) und
nicht zuletzt dem traditionellen Naturbildwettbewerb begeisterten
Naturfreunden
und– fotografen ein anregendes Wochenende zu gestalten. Seminare,
eine
Podiumsdiskussion und persönliche Kontakte halfen mit, ein hohes
Gesamtniveau
zu erreichen.
Am Freitagnachmittag berichtete Dr. Jürgen Krüger über seine Erfahrungen beim Scannen und Drucken für die immer
größer werdende
Gemeinde der Digitalfotografen und der elektronischen Bildverarbeiter.
Anschließend
gab Gisela Pölking handfeste Praxistipps zur Verfeinerung
der Makrofotografie. Abends stellte Dr. Ingolf Stodian den
vielgestaltigen
„Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft“ mit seiner
überaus bedeutsamen
Naturausstattung sowie das gezielte Parkmanagement vor.
Mit Spannung wurde wieder einmal der Diawettbewerb erwartet. Knapp sechzig Fotografen hatten sich beteiligt, in den
Kategorien
Landschaft, Vögel/Säuger, Kleintiere und Pflanzen ihre besten
Bilder der Jury aus den Veranstaltungsteilnehmern
vorzustellen. Tendenziell dominierten kreative Motive aus der
heimischen und
nordischen Natur. Ein Auszählteam hatte dann bis in die Nacht
hinein alle Hände
voll zu tun, die Siegerbilder zu ermitteln.
Der Samstagmorgen begann mit einem sehr fundierten,
persönlichen Grußvortrag des Staatssekretärs vom
Umweltministerium Mecklenburg-
Vorpommerns, Herrn Dr. Stegemann. Erfreulich war die
Erkenntnis,
Naturschutz und Naturfotografie als Teile eines Ganzen integrativ und
synergetisch zu verstehen.
Spannend referierte Fritz Pölking über die Geschichte
der Naturfotografie, die seit einigen Jahrzehnten auch die des
überaus
erfolgreichen GDT- Gründers ist.
Subtil und wunderschön bebildert stellte Jürgen Reich sein Fotoprojekt „Das Jahr der Kraniche“ vor. In allen
Lebenslagen, von der
Eiablage bis zum herbstlichen Wegzug, war es die Arbeit mehrerer Jahre,
die
auch in ein empfehlenswertes Buchprojekt mündete (Hinstorff-
Verlag).
Realistisch und packend dokumentierte Dr.
Gunter Otto die dramatische Landschaftszerstörung der Braunkohlenindustrie der
letzten
Jahrzehnte mit ihren Folgen. Ein erschreckender Bericht, nicht aber
ohne einen
optimistischen Ausblick.
Dem Seminar vom Vortag schloss sich der Vortrag von Gisela
Pölking zur Faszination der Nähe an. Zahlreiche
Bildbeispiele aus diesem
Metier untermauerten einmal mehr die richtigen Wege zum guten Bild.
Astrid Lüders stellte in brillanten Fotos die Insel
Neufundland mit ihrer subarktischen Naturausstattung dar. Auch Land und
Leute, Wirtschaft und
Tradition der wenigen Einwohner in dieser entlegenen Weltgegend kamen
nicht zu kurz.
In der anschließenden Podiumsdiskussion konnten
den
Referenten Fragen gestellt werden.
Meistens geht es hier um Technik, und das überragende Thema
unserer Tage heißt Digitalfotografie.
Vor dem reichhaltigen Abendbuffett ging es an die würdige Preisverleihung.
Veranstalter und Sponsoren hatten schöne Preise im Wert
von
einigen Tausend Euro aquiriert. Diese reichten bis zu den siebenten
Plätzen je
Kategorie herunter, so dass viele Kollegen gewürdigt werden sowie
zu ihrem
projizierten Bild die Entstehung erläutern konnten.
Gesamtsiegerin nach Punkten wurde die Potsdamerin Sandra
Bartocha, dicht gefolgt von Peter Beerbaum und Thorsten
Belder.
Alle
Siegerbilder werden im neuen Jahrbuch „Natur im Foto“ (bei
Erich Hoyer; www.naturfotoarchiv.de)
abgebildet
sein.
Einmal mehr zeigten die Siegerbilder, dass es ohne
aufwändige Reisen geht, und vielmehr die wiederholte intensive
Beschäftigung mit dem Motiv
erfolgversprechend ist. Die Wahl des Publikums fiel
erwartungsgemäß
mehrheitlich auf kräftige Bilder. Gegen- und Durchlicht, rote
Farben,
Superweitwinkel, Langzeit- und Doppelbelichtung stehen hoch in der
Gunst.
Am Sonntagmorgen führte uns Dr. Karl- Heinz
Tschiesche auf eine abenteuerliche Reise im Katamaran zu den subantarktischen
Kerguelen. Die packende
und humorvolle Berichterstattung, saubere Rhetorik, biologische
Hintergründe
und nicht zuletzt eine excellente Fotografie machten diesen Vortrag in
seiner
Gesamtheit zu einem echten Highlight der Fototage.
Dr. Lothar Wölfel war an den Küsten der Nordsee
unterwegs, um die schottischen und englischen Vogelfelsen aufzusuchen.
Die
Bilder machten große Lust, den Vogelkolonien auch eine Reise zu
widmen.
Mit Küstengebieten, diesmal weltweit,
ging es auch weiter. Erich
Hoyer hatte eine Zusammenstellung seiner vielen Reisen in mehr als
ein
Dutzend Länder zusammengestellt und zeigte die Vielgestaltigkeit
der
Küstenlandschaften und ihrer Tiere und Pflanzen auf.
Wolfram Otto war mit dem Rucksack unterwegs, um sich
auf Tasmanien um Kloakentiere und urtümliche Beutelsäuger zu
kümmern. Besonders
beeindruckend waren die üppigen Landschaftsaufnahmen
unberührter Gebiete.
Den abschließenden Vortrag zeigte Friedheim Richter.
Sein Bericht aus dem Reich des Bibers war geprägt von zahlreichen
schönen
Aufnahmen des Großnagers im Jahresverlauf inclusive der
Kinderstube. Nur
erahnen konnte man den gehörigen Zeitaufwand, welcher nötig
war, um solch eine
fundierte Monographie abzuliefern.
Wir freuen uns schon auf die 7. Norddeutschen Naturfototage
vom 7.-9. April 2006.
(Infos unter www.naturfotoarchiv.de)
Christian Blumenstein, Gesellschaft
Deutscher
Tierfotografen Potsdam, im April
2005 |